Aktuelle Meldungen

Detailinfos:

02.11.2018
Generalversammlung
Mehr Hauspreise in 2018 belasten die Erzeugergemeinschaften

Wer als Schlachtvieh-Erzeugergemeinschaft Hauspreise bei den Schlachthöfen aus eigenen Mitteln ausgleicht, musste 2018 deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch 2017. Das stellte Heinrich Krieger, Geschäftsführer der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsvieh im Oldenburger Münsterland (EG im OM), vergangene Woche auf der Mitgliederversammlung seiner Organisation in Vestrup, Landkreis Vechta, fest. Laut Jahresbericht wurde für diese Ausgleichmaßnahme in 2017 rund 36.000 Euro an die liefernden Schweinemäster der EG im OM gezahlt. Bis zum Stichtag vergangene Woche war die Summe mit rund 65.000 Euro schon fast doppelt so hoch, gerechnet wird bis zum Jahresende mit bis zu 80.000 Euro für diesen Posten.
Nach Aussage Kriegers reicht selbst die in den vergangenen Jahren laufend gewachsene Anzahl an vermarkteten Schlachtschweinen nicht, den verbliebenen Schlachthöfen entsprechende Marktmacht entgegenzusetzen. Vermarktet wurden im vergangenen Jahr 703.000 Schlachtschweine. In der Ferkelvermarktung wurde 2017 erstmals die 300.000er Marke geknackt, es wurden 306.000 Ferkel vermarktet. Laut Information Kriegers wird diese Zahl im laufenden Jahr noch höher ausfallen. Etwas bedauerlich, aber dem weiter ablaufenden Strukturwandel in der hiesigen Ferkelerzeugung geschuldet: von den zugekauften Ferkeln stammen nur noch gut 50 % aus deutscher Herkunft, 34 % sind dänischer Herkunft und 14 % kommen aus den Niederlanden.
Nicht zuletzt spiegeln auch diese Zahlen den rückläufigen Sauenbestand in Deutschland wider: gegenüber 2016 ist er in 2017 um 5,5 % gesunken. Krieger machte dafür unter anderem die Unsicherheit in der Ferkelerzeugung verantwortlich, was künftig von politischer Seite auf die Betriebe zukommt. Er äußerte die starke Hoffnung, dass es beim Verbot der betäubungslosen Kastration die viel diskutierte zweijährige Verlängerung gibt.
Im Rinderbereich vermarktete die Organisation mit Sitz in Bakum rund 14.000 Großvieheinheiten.
Zu kämpfen haben die Schlachtvieh-Erzeugergemeinschaften auch mit den steigenden Kosten für ihre Tiertransporte. Als Verursacher nannte Krieger die Ladekapazitätsbeschränkungen und gestiegenen Kosten, etwa für die Maut. Bei der EG im OM mit eigenem Fuhrpark schlugen die teureren Tiertransporte mit zusätzlichen 60.000 Euro zu Buche, das waren über 10 % mehr als im Vorjahr.
Sein Erzeugerzusammenschluss zahlte dennoch, wie auch in den Vorjahren, eine Rückvergütung sowohl für die abgelieferten Schlachtschweine als auch für die Schlachtrinder aus. Sie lag bei 0,5 % des Schlachtviehumsatzes oder 571.000 Euro netto. Die Anzahl der Mitglieder stieg von 2016 bis 2017 um drei auf aktuell 493 Mitglieder.  Insgesamt erreichte die Erzeugergemeinschaft mit gut 36.000 Euro ein positives Jahresergebnis 2017.
Geschäftsführer Krieger appellierte an die anwesenden Mitglieder, im Sinne einer besseren Ausnutzung der teuren Tiertransportfahrzeuge, für etwas mehr Flexibilität bei der Schlachttierabholung. Dann könnten durch eine optimierte Logistikplanung Kosten gespart werden.
Bei den anstehenden Wahlen zum Vorstand wurden Christoph Holzenkamp, Garthe, und Heinrich Dierkes, Gastrup, wiedergewählt. Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurden Conrad Ortmann, Peheim, Georg Klostermann, Schwichteler, und Heinrich Habe, Calveslage, wiedergewählt. Der  Aufsichtsratsvorsitzende Bernard Thöle, Norddöllen, schied auf eigenen Wunsch aus. Im Anschluss daran wurde Bernard Thöle für seine langjährige Tätigkeit, davon 18 Jahre als Vorsitzender, die silberne Ehrennadel des Genossenschaftsverbandes verliehen und er wurde zum Ehrenvorsitzenden des Aufsichtsrates ernannt.